Boxhagen beginnt - Von den Deutschen Kabelwerken bis heute

Ausstellung vom 16.8. bis 28.9. 2017













1895 eröffnete der jüdische Jungunternehmer Siegfried Hirschmann seine erste Fabrik:
Die Deutschen Kabelwerke fertigten innovative Kabel-, Elektro- und Gummiprodukte und gehörten zu den ersten Berliner Automobilschmieden. Nach der Machtergreifung drängten die Nazis die Familie Hirschmann aus der Firma. Es folgten Haft, später Flucht und Tod. Sven Heinemann, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, hat den Enkel des Firmengründers in Guatemala aufgespürt und so über 100 Jahre alte, bisher unveröffentlichte Dokumente zu Alt-Boxhagen gefunden. Auf dem ehemaligen Freudenberg-Areal wird aktuell das Wohnbauprojekt „Box Seven“ von der Firma Bauwert realisiert.
Der SPD-Politiker Sven Heinemann hat den Sohn der jüdischen Fabrikbesitzer in Guatemala aufgespürt und ein Buch über die bewegende jüdische Familiengeschichte veröffentlicht: „Boxhagen beginnt“.

Lesung mit dem Autor Sven Heinemann, MdA

Samstag, den 16.9.2017 um 18:30Uhr im Industriesalon

In den Reinbeckhallen: Sibylle Bergemann

Foto: Sibylle Bergemann,Bonjour ihr süßen Zaubermäuse, Berlin, 1990, courtesy Look Galerie Copyright  Nachlass S.Bergemann, Ostkreuz

Am Freitag, den 28.April 2017 ist es so weit: Die Kunst zieht ein in die ehemaligen Schalterhallen vom Transformatorenwerk Oberschöneweide - jetzt: Reinbeckhallen genannt.
Wir gratulieren Sven Herrmann und seiner Crew zu der großartigen Ausstellung zum Werk der Fotografin Sibylle Bergemann.
Die Ausstellung ist verlängert bis Mitte September
zu besuchen Sonntag und Feiertage 11 - 18Uhr
Eintritt 5€/3€
 

Die Anfänge vom Werk für Fernsehelektronik

Ab September 2017 im Turm vom ehemaligen WF:

Vom sowjetischen Laboratorium zum größten Werk Ostberlins
Ausstellung über die Anfänge vom Werk für Fernsehelektronik 1945 bis 1953


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

In der DDR war das Werk für Fernsehelektronik (WF) ein wichtiges Forschungs- und Entwicklungszentrum der elektronischen Industrie und mit ca. 9.000 Mitarbeitern der größte ostdeutsche Produktionsbetrieb für Elektronenröhren und elektronische Bauelemente.
Diese Ausstellung zeigt den Aufbau des Werks nach dem 2. Weltkrieg.

Hintergrund:
Berlin galt als Metropole der Elektrotechnik, der Funk-, Nachrichten- und Messtechnik.
Nach Kriegsende 1945 versuchten sich alle vier Siegermächte die  Hinterlassenschaften insbesondere der deutschen Rüstungstechnologien anzueignen.
Die Siegermacht Sowjetunion hatte besonders großen Nachholbedarf im Bereich der Elektronik. DieWissenschaftler und Ingenieure in der Uniform der Roten Armeefahndeten nach deutschem Ingenieurswissen, Anlagen und Maschinen. In großer Eile wurden ganze Industrieanlagen demontiert und auf Züge verladen. Diese "Trophäenaktion" stellte sich aber als wenig effektiv raus. Um deutsche Ressourcen besser nutzen zu können, wurden in der sowjetischen Besatzungszone ab Mitte 1946 die leitungsstärksten Großbetriebe zu "Sowjetischen Aktiengesellschaften" (SAG). Sie gehörten nun zum russischen Hoheitsgebiet und hatten zu produzieren was die sowjetische Militäradministration (SMAD) befahl.

In dem 1915 als Automobilfabrik von der AEG erbauten Gebäude in Oberschöneweide (dem späteren WF) richtete die SMAD 1945 das "Laboratorium-Konstruktionsbüro und Versuchswerk Oberspree" ein. Ziel war es, den Erfahrungsschatz und Technologiestand der deutschen Elektronikindustrie für die Sowjetunion zu nutzen. Priorität hatten Geräte und Technologien für den militärischen Einsatz. Innerhalb eines Jahres wuchs die Belegschaft auf 2.000 Mitarbeiter an. Die überwiegend aus Physikern und Technologen bestehenden Forschergruppen bildeten die Basis für das spätere Werk für Fernsehelektronik.

Hier ein Link zu einem anschaulichen Bericht zur Ausstellung von Ralf Drescher

http://www.berliner-woche.de/oberschoeneweide/bildung/ausstellung-ueber-die-anfaenge-des-werks-fuer-fernsehelektronik-d117296.html