"Mein Lieblingsobjekt" #1

Mitarbeiter aus dem Industriesalon erzählen von ihrem Lieblingsobjekt

Als wir Herrn Eckert fragten, zu welchem Objekt aus der WF-Sammlung er eine schöne Erinnerung hat, musste er erst einmal überlegen. Doch dann fiel es ihm ein: die Empfängerröhren.

Herr Eckert arbeitete damals im Werk für Fernsehelektronik in der Fertigungsüberwachung. Für ihn war es unglaublich spannend zu erleben, mit welcher Geschicklichkeit die damaligen Arbeiterinnen das System im Inneren der Röhren zusammensteckten. 20 000 Stück wurden in dem Werk pro Tag hergestellt und das gerademal von 150 Frauen. Stufe für Stufe wurden die winzigen Teilchen von ihnen per Hand zusammengefügt. Natürlich versuchte man diese Arbeit wegen der hohen Nachfrage zu mechanisieren, doch weltweit konnte man damals keine Maschine mit derselben Perfektion wie die der Frauen herstellen.

Die Kontrolle der hergestellten Empfängerröhren war wiederum teilweise mechanisiert. Doch auch hier mussten Arbeiterinnen die „Karusselle“ zur mechanischen Überprüfung zunächst bestücken. Dies taten sie, wie Hr. Eckert sagte, „wie im Schlaf“. Sie hörten Musik, redeten und beschäftigten sich nebenbei mit anderen Dingen. Trotzdem arbeiteten sie in einer solchen Geschwindigkeit, die Herr Eckert und die anderen Ingenieure bei ihren Versuchen nicht erreichen konnten.

Bis 1970 wurden im WF die Empfängerröhren in Großserienfertigung produziert.

Hand mit Elektronenröhre