Die Röhre des Monats

Sendetriode TS 41

Die kleine strahlungsgekühlte Kurzwellen-Senderöhre wurde nicht, wie zu erwarten von Telefunken oder einem anderen etablierten Röhrenbauer entwickelt und in die Fertigung übergeleitet, sondern von einem Neuling, der bisher mit dem Röhrenbau nichts zu tun hatte: die GEMA. Die „Gesellschaft für elektroakustische und mechanische Apparate“ in Berlin-Köpenick befasste sich mit Funkortungsanlagen und benötigte für diesen Zweck speziell geeignete Elektronenröhren.

So entstand eine Reihe von GEMA-Röhren z. T. mit auffälligen Kolbenformen. Eben diese gelten heute als Raritäten.

Es gibt nicht nur Exemplare mit dem GEMA-Logo sondern auch solche, die in Lizenz in der AEG Röhrenfabrik Oberspree (Oberschöneweide) für die GEMA gefertigt wurden.

Die Röhre wurde in verschiedenen Anwendungsbereichen verwendet. Unter anderem war die Gegentaktendstufe des ersten Versuchs-Bildsenders OSW 2792 a der DDR im Turm des Stadthauses (Alexanderplatz) mit 2 x TS 41 aufgebaut.

Ebenso der zugehörige Tonsender. Dieser für Schulungszwecke der Deutschen Post in Königs Wusterhausen genutzte Sender, wurde um 1987 nach Kabul umgesetzt und diente dort als UKW-Stereosender.

Außerdem wurde die Senderöhre auch in Kurzwellentherapiegeräten für medizinische Anwendungen eingesetzt.

Neues Jahr - Neue Herausforderungen in 2013

Das neue Jahr hat begonnen und die Arbeit im Industriesalon läuft schon wieder auf Hochtouren. Neben der Planung vieler neuer interessanter Veranstaltungen und der Verbesserung der Ausstellung über das Werk für Fernsehelektronik steht vor allem die Entwicklung einer Dauerausstellung über die Geschichte von Schöneweide auf dem Plan.

 

Dafür muss viel Recherchearbeit geleistet und Kreativität bei der Gestaltung der Ausstellung eingebracht werden. Außerdem soll die Halle umstrukturiert und Medienstationen errichtet werden.

 

Es ist interessant zu entdecken, worauf bei der Planung einer Ausstellung zu achten ist. Im Laufe des Projekts werden wir über den Stand der Entwicklung weiter berichten.

 

 

Das KWO in seinen jungen Jahren

Unsere neuesten Zugänge sind zwei Bilder, welche die Veränderung des Kabelwerks Oberspree in der Anfangszeit veranschaulichen. Damals war das Kabelwerk die Attraktion in Berlin. Es kamen Besucher, welche über die moderne Ausstattung staunten: elektrisches Licht und Elektromotoren an jedem Arbeitsplatz. Auf dem ersten Bild ist zu erkennen, dass das Werk 1897 in Mitten von Weiden und Wäldern gebaut wurde. 25 Jahre später ist das Kabelwerk erheblich gewachsen und Schöneweide dicht bebaut.

 

"Mein Lieblingsobjekt" #1

Mitarbeiter aus dem Industriesalon erzählen von ihrem Lieblingsobjekt

Als wir Herrn Eckert fragten, zu welchem Objekt aus der WF-Sammlung er eine schöne Erinnerung hat, musste er erst einmal überlegen. Doch dann fiel es ihm ein: die Empfängerröhren.

Herr Eckert arbeitete damals im Werk für Fernsehelektronik in der Fertigungsüberwachung. Für ihn war es unglaublich spannend zu erleben, mit welcher Geschicklichkeit die damaligen Arbeiterinnen das System im Inneren der Röhren zusammensteckten. 20 000 Stück wurden in dem Werk pro Tag hergestellt und das gerademal von 150 Frauen. Stufe für Stufe wurden die winzigen Teilchen von ihnen per Hand zusammengefügt. Natürlich versuchte man diese Arbeit wegen der hohen Nachfrage zu mechanisieren, doch weltweit konnte man damals keine Maschine mit derselben Perfektion wie die der Frauen herstellen.

Die Kontrolle der hergestellten Empfängerröhren war wiederum teilweise mechanisiert. Doch auch hier mussten Arbeiterinnen die „Karusselle“ zur mechanischen Überprüfung zunächst bestücken. Dies taten sie, wie Hr. Eckert sagte, „wie im Schlaf“. Sie hörten Musik, redeten und beschäftigten sich nebenbei mit anderen Dingen. Trotzdem arbeiteten sie in einer solchen Geschwindigkeit, die Herr Eckert und die anderen Ingenieure bei ihren Versuchen nicht erreichen konnten.

Bis 1970 wurden im WF die Empfängerröhren in Großserienfertigung produziert.

Hand mit Elektronenröhre

Eintrag aus dem Jahre 2012: Hallo, wir sind die Bufdis…

 

und wir möchten euch gern einen kleinen Einblick in unsere Arbeit im Industriesalon gewähren. Aber erst einmal möchten wir uns vorstellen: Wir haben beide in diesem Jahr unser Abitur abgelegt und wollen vor dem Studium ein paar Erfahrungen in der Berufswelt sammeln. Da wir sehr interessiert an Kultur und Geschichte sind, haben wir uns für einen Bundesfreiwilligendienst im Industriesalon Schöneweide entschieden.

In unserem Blog werden wir die Entwicklung des Industriesalons in der Zeit unseres Einsatzes dokumentieren, sowie schöne Erlebnisse und interessante Geschichten aus dem Arbeitsalltag mit euch teilen.

Wir freuen uns auf ein spannendes Jahr!

Die Bufdis